Das richtige Klavier für Anfänger: Worauf es ankommt

Die größte Herausforderung beim Klavier spielen besteht in der Regel darin, den Wunsch endlich in die Praxis umzusetzen und einfach anzufangen. Auch die Wahl des passenden Instrumentes gestaltet sich für Einsteiger fast immer schwierig. Denn für gewöhnlich hat man keine Ahnung, was gut ist, wohin die musikalische Reise gehen wird und welches Klavier man am Ende kaufen sollte. Wer ein Piano für Anfänger sucht, wird häufig von allen möglichen Ratschlägen und Informationen überflutet. Viele davon sind verwirrend, andere wiederum offensichtlich und wieder andere unbekannt. Dabei stellen sich wichtige Fragen zuerst: Wie viel Geld darf das Klavier kosten? Soll es ein akustisches oder digitales Instrument sein? In unserem ausführlichen Guide gehen wir auf diese Fragen ein, erläutern die Unterschiede einzelner Pianos und verraten, was wirklich wichtig ist.

Keyboards

Für viele Anfänger ist zunächst ein einfaches Keyboard ausreichend. Dieses sollte jedoch eine Tastatur mit Anschlagdynamik besitzen, durch die bei einem leichten Tastenanschlag ein leiser und bei einem festen Anschlag ein lauter Ton entsteht. Nur mit Anschlagdynamik kann das Erlernen der Technik des Klavierspielens sinnvoll durchgeführt werden. Ebenfalls sollte bei einem Keyboard ein Klavierklang einzustellen sein. Ein weiteres Element ist ein Haltepedal, das sicherstellt, dass der Ton weiter klingt, sobald die Taste losgelassen wurde.

Möglich ist auch, sich für den Anfang eine Tastatur anzuschaffen, die an einem Computer angeschlossen wird.

Akustische Klaviere

“Normale” Klaviere sind in allen Größen und Arten erhältlich. Ihre Neupreise liegen meist zwischen 2.500,00 und 10.000,00 Euro. Jedoch sind gebrauchte Instrumente oft schon ab etwa 1.000,00 Euro erhältlich. Klaviere können auch gemietet werden, was insbesondere für diejenigen infrage kommt, die noch nicht genau wissen, ob das Klavierspielen wirklich auch Spaß macht und längerfristig betrieben wird.

Allerdings gibt es bei akustischen Klavieren große Qualitätsunterschiede. Viele Instrumente, die häufig in Asien hergestellt werden, haben keinen angenehmen Klang und einen hohen Verschleiß. Bei gebrauchten Klavieren muss beachtet werden, welche Marke, welches Alter und wie oft eine Stimmung notwendig wird. Interessierte sollten sich beim Kauf beraten lassen, ob ein Klavier gut klingt und gut spielbar ist. Häufig werden akustische Klaviere günstig im Internet angeboten oder sogar an Selbstabholer verschenkt. Wer in der Lage ist, einen Transport zu organisieren, muss für ein solches Instrument allerdings über genügend Platz verfügen.

Anschlag

Der Klang eines Klaviers sollte sich durch feine Nuancen und Wärme auszeichnen. Alle Tasten sollten flüssig bespielbar und über einen leichten, gleichmäßigen Anschlag verfügen. Sehr alte Klaviere können schon so verschlissen sein, dass sie nicht mehr bespielbar sind, wodurch sich solche Instrumente weniger für einen Einsteiger eignen. Zudem sollte die Mechanik eines Instrumentes solide sein, damit ein Musikschüler lange Freude daran hat.

Silent-Pianos

Neulinge, die die erste Zeit häufiger “daneben hauen” oder deren Klavierspiel noch nicht “optimal” klingt, müssen auf ihre Umgebung, Nachbarn oder Ruhezeiten Rücksicht nehmen. Hier bieten sich Silent-Pianos an, bei denen es sich um normale akustische Klaviere handelt. Diese Instrumente sind mit einem elektronischen System ausgestattet, welches die Deaktivierung der akustischen Mechanik ermöglicht. Durch das Betätigen eines Pedals registriert ein Laser das Klavierspiel und wandelt dieses in elektrische Klänge um, die wiederum über einen Kopfhörer hörbar gemacht werden. Ein Silent-Piano ermöglicht somit die Stummschaltung eines akustischen Pianos. Wird diese Funktion ausgeschaltet, ist natürlich wieder der “Normalbetrieb” möglich.

Elektrische Instrumente

Bei einem elektrischen Piano erfolgt, im Gegensatz zu einem mechanischen Instrument, die Klangerzeugung nicht durch Hammerköpfe, Saiten und Resonanzboden. Stattdessen wird der Klang elektronisch auf Boxen geleitet. Dies bietet für Anfänger jedoch den Nachteil, dass manche Klänge eines Musikstücks nur schwer erzeugt werden können.

Besteht noch Unsicherheit, ob jemand das Klavierspielen überhaupt beibehalten wird, reicht es aus, für eine gewisse Probezeit zunächst ein günstiges Instrument anzuschaffen. Wird das Klavierspielen weiter betrieben, kann anschließend auf ein hochwertiges Piano umgestiegen werden.

Arten von Digital-Pianos

Ein Hauptunterschied verschiedener Digital-Pianos liegt in den Größen. Weitere Faktoren sind ein richtiger Kopfhörer und eine höhenverstellbare Sitzbank. Im Gegensatz zu mechanischen Klavieren reagieren Digital-Pianos weniger empfindlich auf Temperaturschwankungen, weshalb sie an fast jedem Ort aufgestellt werden können. Bei digitalen Instrumenten gibt es verschiedene Typen, zu den portable Pianos, Home-Pianos, Stage-Pianos und sogar digitale Flügel zählen. Die meisten Instrumente haben unterschiedliche einstellbare Klänge, wie verschiedene Orgeln, Streicher, E-Piano und Klavier. Der Klavierklang ist auch für Anfänger der wichtigste, da er am häufigsten gespielt wird.

Weitere Features

Manche Hersteller vertreiben Instrumente mit eingebauten Spielhilfen. Einige sind sogar mit Klaviernoten und Klavierschulen erhältlich. Anfänger können diese aufschlagen und gleich mit dem Lernen beginnen. Viele Digital-Pianos besitzen eine Begleit-Automatik. Werden zum Beispiel zwei bestimmte Töne gedrückt, klingt gleich ein vollständiger Akkord. Manchmal werden solche Akkorde rhythmisiert, wodurch Klavierspieler gleich eine kleine Band zur Verfügung steht. Es gibt sogar Pianos, die über eine eingebaute Lernautomatik verfügen. Die Instrumente zeigen in seinem Display die Noten, die gespielt werden müssen und geht dann gleich zum nächsten Schritt, wenn die vorherige Stelle richtig gespielt wurde.

Gerade für Einsteiger ist es am Anfang wichtig, den Takt beizubehalten. Zu diesem Zweck gibt es Modelle, die ein Metronom, also einen elektronischen Taktgeber, eingebaut haben. Dieser sollte in der Lautstärke einstellbar sein oder auch optisch den Takt angeben können.

Alle Bedienelemente des Digital-Pianos sollten einfach und leicht zu verwenden sein. Die Klangfarben sollten von einem zum anderen Sound leicht und ohne Lücken umschaltbar sein. Für Anfänger reicht jedoch zunächst eine kleinere Auswahl verschiedener Klänge, wie Klavier, Orgel, Streicher, Cembalo, Xylophon oder Streicher.