So baust du ein E-Piano in weniger als 20 Minuten auf

Ist die Lieferung mit dem E-Piano eingetroffen und das ganze Paket oder sämtliche Einzelteile wurden an den Bestimmungsort innerhalb der eigenen vier Wände verbracht, ist die Vorfreude meist groß. Man kann es kaum erwarten alles auszupacken und am liebsten würde man sein neues Instrument gleich in Betrieb nehmen und drauf los spielen – wenn die Verpackung nicht unzählige Holzteile, Schrauben und andere Komponenten hervorbrächte, die noch zu einer Einheit – dem Digitalpiano – zusammengeschraubt werden müssen. Dem ein oder anderen mag dieser Prozess Freude bereiten, manch einer würde vielleicht lieber auf den Aufbau verzichten. Wie man auch dazu stehen mag – wenn kein Aufbauservice inklusive ist und niemand sonst es macht, muss man eben selbst Hand anlegen. Und das ist nun wirklich keine Raketenwissenschaft! Man benötigt weder spezielle Fertigkeiten noch ein Ingenieursstudium. Wie man vorgeht, worauf man achten muss und was man besser nicht macht, verraten wir in dieser ultimativen Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Die Lieferung

Die Lieferung erfolgt in der Regel bis zur Bordsteinkante. Es seidenn, die Anlieferung erfolgt per Spedition. Diese transportiert das E-Piano in der Regel bis ins Wohnzimmer und nimmt nicht mehr benötigte Verpackungsmaterialien gleich mit. Manchmal ist sogar der Aufbau inklusive, dies gilt es im Vorfeld abzuklären. Besonders schwere Instrumente werden fast immer per Spedition geliefert.

Das Gewicht inklusive Verpackung liegt etwa zwischen 20 und 150 Kilogramm. Verpackungs- und Isoliermaterialien wie Styropor und Kartonagen diverser Art beanspruchen für sich einiges an Raum, weshalb die Schachtel in der sich das Digitalpiano mit sämtlichem Zubehör befindet oft sehr große Dimensionen hat.

Es kann auch sein, dass Lieferung aus mehreren Schachteln besteht auf die die einzelnen Komponenten aufgeteilt sind. Sollte dem nicht so sein, kann man das Paket auch im Erdgeschoss öffnen und die Bauteile einzeln in das Zimmer tragen, in welchem später das neue Klavier stehen und das Ambiente um seinen Charme und hoffentlich auch reichlich Musik erweitern wird. In der Regel sind die Teile in der Umverpackung alle nochmal mit Luftpolsterfolie, Karton, Papier oder Styropor ummantelt, sodass man – sofern man etwas Vorsicht walten lässt – eigentlich nichts falsch machen kann.

Was in der Schachtel sein sollte

– Spieltisch (das wichtigste Element)
– Seitenteile
– Rückwand
– Pedaleinheit
– Aufbauanleitung
– Schrauben
– Manchmal Schraubenzieher, -schlüssel und Sechskantschlüssel
– Aufbauanleitung

Was man noch benötigt

Im Grunde genommen kann man gleich loslegen. Ohne etwas Werkzeug geht es aber nicht. Man benötigt kein Arsenal an unterschiedlichen Tools die den örtlichen Baumarkt alt aussehen ließen. Die meisten dürften im Haus haben was man braucht. Darüberhinaus gibt es noch ein paar Utensilien, die einem den Aufbau etwas erleichtern und einen dabei unterstützen.

Checkliste

– Kreuzschraubendreher
– Unterlage (damit nichts verkratzt – auch Karton von Verpackung brauchbar)
– Aufbauanleitung (gibt es fast immer auch online zum Ausdrucken)
– Etwas Zeit und Geduld (Selbst ungeübten Pianoschraubern sollte der Aufbau aber in weniger als 60 Minuten gelingen)
– Einen Helfer (zur Endmontage, dem Verbinden Gehäuse und Unterbau und dem an die Wand rücken)

Anhand eines typischen Beispiels wollen wir nun zeigen, wie der Aufbau aussehen könnte. Natürlich kann es von Hersteller zu Hersteller und von Modell zu Modell leichte Abweichungen und Unterschiede geben.

1Auspacken & kontrollieren

Zunächst öffnet man die Schachtel, in welcher sich die einzelnen B und Zubehörteile befinden. Man sollte dabei stets sehr behutsam vorgehen, da sich Bauteile unmittelbar und ungeschützt gleich hinter der Schachtel verbergen können. Meist handelt es sich dabei um Teile des Rahmens (also Holzteile) die zum Vorschein kommen und fast immer sehr empfindlich sind. Kratzer und kleinere Schäden würden später sofort ins Auge fallen. Wenn man ein (Teppich)messer zuhilfe nimmt, sollte man deshalb sehr vorsichtig damit umgehen und es langsam, nicht überstürzt, angehen. In der Regel sind die Teile aber nochmal mit (Luftpolster)folie, Karton oder Papier umwickelt und zusätzlich mit Styropor geschützt (dies gilt besonders für den empfindlichen Spieltisch), sodass es nicht soweit kommen sollte, wenn man etwas Vorsicht walten lässt und es langsam angeht. Man kann die Zubehörteile wie Schrauben, Kabel, Rahmenteile etc. auch vorsortieren, damit man später nicht suchen muss und der Aufbau schneller vonstatten gehen kann. Überflüssige Verpackungs- und Polstermaterialien kann man gleich wegschaffen, damit es übersichtlicher wird. Man sollte allerdings darauf achten, keine empfindlichen Bauteile ohne einen Karton dazwischen aufeinanderzulegen oder direkt auf den Boden, da dies feine Kratzer zur Folge haben könnte. Nachdem man sich einen Überblick über den Inhalt und darüber was sich wo in welcher Schachtel befindet, kann man zum nächsten Schritt übergehen. Zunächst sollte man aber die Aufbauanleitung zur Hand nehmen.

2Einen Blick in die Aufbauanleitung werfen

Ganz wichtig ist die Aufbauanleitung. Zwar können ein paar Stunden Fleißarbeit einem die Aufbauanleitung ersparen – Aber auch wenn man diese meist im Din-A4-Format gehaltene chronologische Sammlung von Anweisungen die teilweise trotz der vielen Bilder recht unübersichtlich scheint, einen roten Faden vermissen lässt oder gar für Verwirrung sorgt und so wenig Freude bereitet – man sollte ihr eine Chance geben. Denn in den meisten Fällen sind sie – zumindest was E-Pianos anbelangt – ziemlich gut und sich an sie zu halten lohnt sich eigentlich immer.

Der ein oder andere mag vielleicht auch mit intuitiver Herangehensweise erfolgreich sein, deutlich schneller und reibungsloser und in der Regel ohne Verzögerungen geht es allerdings, wenn man die Anleitung Schritt für Schritt befolgt. Im Grunde genommen ist es dasselbe, wie ein Möbelstück vom schwedischen Möbelgiganten zusammenzubauen. Für den Fall dass man sich vor dem Eintreffen des sehnlich erwarteten Pakets die Anleitung ansehen möchte, kann man diese fast bei jedem Modell direkt beim Hersteller im PDF-Format herunterladen auf der jeweiligen Produktseite und direkt am Bildschirm betrachten oder ausdrucken. Wir haben alle hier vorgestellten E-Pianos entsprechend mit einem Link zur Anleitung des Herstellers verlinkt, so kann man frühzeitig planen, Vorbereitungen treffen und gegebenenfalls noch Werkzeug besorgen.

3Aufbau

Nun geht es an den eigentlichen Aufbau. Die meisten E-Pianos bestehen mehr oder weniger aus zwei Einheiten, die am Ende miteinander verbunden werden und das Digitalpiano ergeben. Zum einen wäre dies der das Gehäuse oder der Rahmen und zumanderen der Spieltisch – das eigentliche Kernelement. Dieser enthält neben der Tastatur entsprechend die Elektronik und alles was das Tasteninstrument ausmacht. Der Spieltisch ist immer in einem Stück und nicht zerlegbar. Das ist auch nicht notwendig und bei einem Defekt sollten hier nur Profis ran und diesen aufschrauben. Das Gehäuse oder der Unterbau enthält die Pedaleinheit die mit dem E-Piano über ein Kabel verbunden wird und stützt entsprechend den Spieltisch, der ganz am Schluss darauf gelegt und fest verschraubt wird. Er besteht in der Regel aus vielen Einzelteilen die miteinander verschraubt werden. Neben den Seitenteilen und der Rückwand sind dies viele kleine Teile zum Fixieren und Stabilisieren, aber auch, um dem ganzen einen angenehmen und authentischen Klavier-Look zu verpassen. Günstige Modelle enthalten oft nur einen primitiven Ständer aus drei oder vier Bauteilen sofern er aus Holz (meist MDF) besteht oder es handelt sich um einen Metallständer, der nur aufgeklappt werden muss und sofort einsatzbereit ist. Ideal für Stagepianos und Keyboards.

Wenn man die Anleitung vor sich liegen hat und genau befolgt, wird das ganze zum Kinderspiel. Schrauben und einzelne Bauteile sind dort auch genau beschrieben und skizziert, sodass es nicht zu Verwechslungen kommen kann und falsche Schrauben verwendet und eventuell beschädigt werden.

Bei einigen Modellen müssen die Pedale zunächst montiert werden, meist in Form einer Pedaleinheit, die alle Pedale in einem Element vereint.

Bei anderen ist diese bereits vormontiert und in die Rückwand oder eine Holzleiste integriert und man muss lediglich das Kabel gemäß Anleitung entsprechend verlegen und mit Kabelklemmen befestigen, sowie nach oben führen, sodass man es später mit dem Piano verbinden kann. Entweder hinten auf der Rückseite oder auf der Unterseite des Spieltischs. Die Pedaleinheit wird dann mit den im Regelfall hölzernen Seitenteilen verbunden und verschraubt.

Am Schluss wird die Rückwand befestigt, der Rahmen aufgerichtet und der Spieltisch darauf gelegt und verschraubt. Es sollte alles stabil sein und nichts wackeln.

Wenn man fertig ist, sollte – ehe das Digitalpiano an die Wand gerückt wird – noch einmal alles kontrolliert werden. Dazu geht man am besten noch einmal sorgfältig alle Schritte der Aufbauanleitung durch und checkt, ob man auch nichts vergessen hat. Wenn noch etwas Motivation vorhanden ist und man sich noch einen Moment gedulden kann ehe man sein neues Instrument in Betrieb nimmt und darauf spielt, sollte man noch einmal überprüfen, ob auch wirklich alle Schrauben fest sitzen und sich vergewissern, dass man nichts vergessen hat.

Dann kann es auch schon losgehen und das E-Piano in Betrieb genommen werden. Hierzu einfach das Netzkabel mit der Steckdose verbinden, den On-Knopf betätigen und der hoffentlich gute Klaviersound und die authentische Tastatur mit Hammermechanik belohnt einen für die investierte Zeit und Mühe in den Aufbau.